Montag, 23.05.2011



Unterbarmen setzt sich aus vielen historisch abgeleiteten Ansiedlungen zusammen. Viele Quartiere sind von der heutigen Landkarte verschwunden. Unterbarmen ist: Allee, Loh, Clausen, Rott, Kothen, Hesselnberg, Skulpturenpark, Friedhof Unterbarmen, Bahnhof Unterbarmen, Lichtenplatz

 



Die Emilie, von Erhard Knorr
Die Schule
EMILIENSTRASSE
im Wandel der Zeit

Als Nachfolgeschule der zu klein gewordenen Schule an der Brucher Schulstraße in Barmen (unmittelbar zwischen Barmer Bahnhof und Stadttheater/Opernhaus gelegen - am Ende der heutigen Wittensteinstraße, wo diese in die Winklerstraße übergeht) nach Stadtverordneten-Versammlung aus dem Jahre 1902 errichtet, wurde die Volksschule an der Emilienstraße am 15. September 1904 feierlich eingeweiht.

Der Bau des gesamte Objekts - einschließlich Rektorhaus und Hofanlage - kostete seinerzeit nur unwesentlich mehr als die veranschlagten 188.000 Reichs-Mark und das Schulgebäude war für 15 Klassen vorgesehen.

In seiner soliden und für die damalige Zeit doch großzügigen Ausstattung hob es sich wohltuend von dem oft kasernenartigen Baustil vieler anderer Preußischer Amtsgebäude ab.

Der erste Schulleiter war Rektor Rühl von der Gemarker Schule.

Zunächst beherbergte die neue Schule jedoch nur 6 Klassen, da der übrige Raum für das Barmer Lehrerinnen-Seminar vorgesehen war, welches im Jahre 1905 in das Gebäude einzog.

Eine Ansichts-Karte aus dem Jahr 1912

Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges ein erster einschneidender Abschnitt :

Die Ev. Schule an der Emilienstraße - so lautete der offizielle Name - wurde per Konferenz vom 10.9.1914 zu einem "fliegenden Lazarett" umfunktioniert.

Die Klassen und Lehrer wurden während dieser Zeit auf die umliegenden Schulen verteilt - dies waren neben anderen die Kothener Schule, Springer Schule und Gemarker Schule.

Während des 1. Weltkrieges wurde das Gebäude als Reserve-Lazarett genutzt.

Von 1918 bis 1923 stand das Gebäude ganz dem Lehrerinnen-Seminar zur Verfügung, bevor im Schuljahr 1923/'24 die Ev. Volksschule an der Emilienstraße unter der Leitung des Rektor Siebel von der Kothener Schule den Unterricht wieder aufnahm.

Im Jahre 1927 trat Rektor Siebel in den Ruhestand und sein Nachfolger in der Schulleitung wurde nun für 23 Jahre Rektor Brinkmann.

In diese Zeitspanne fiel auch der schwierigste Abschnitt in der Geschichte der Schule.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde auch in der Schule der "Hitler-Gruß" zur Pflicht und das Ev. aus dem Schulnamen gestrichen.

Weitere Einschnitte waren die Auswirkungen des 2. Weltkrieges, welche den Schulbetrieb behinderten.

Viele Lehrer wurden zum Wehrdienst einberufen, so daß Klassen zusammengelegt werden mußten und infolge dessen Schülerzahlen von 60 und mehr keine Seltenheit waren.

Beim Angriff auf Barmen in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1943, wurden u. a. auch zahlreiche umliegende Schulen zerstört.

Daß das Gebäude der Volksschule Emilienstraße nicht mit dazu gehörte und jene Nacht relativ 'unbeschadet' überstand ist wohl auch einem gewissen "Schulrat WEUSTER" zu verdanken, welcher durch seinen persönlichen Einsatz letztlich verhindert hat, daß nach Brandbomben-Treffer/n das Schulgebäude einem Brand zum Opfer fiel.

Somit blieb diese Schule als einzige von 12 Volksschulen am Barmer Südhang nahezu unversehrt erhalten.

Zu Beginn des Schuljahres 1950/'51 trat Rektor Brinkmann in den Ruhestand und die Schulleitung der Christlichen Gemeinschaftsschule Emilienstraße - so nun ihr Name - übernahm Rektor Weuster.

Eine Ansicht der Emilienstraße aus dem Jahr 1952

Im Jahre 1958 wurde Rektor Weuster Schulrat in Wuppertal und nach seiner Pensionierung ging die Schulleitung an Rektor Krauß, welcher schon einmal Lehrer an der Schule war.

Die gleiche Perspektive ungefähr zu der Zeit, als ich selbst dort eingeschult wurde . . .
Vorne im Bild ein FORD Taunus M 15 (Bj. ab 1955) und rechts der VW Käfer vor dem 'Ovali', mit 'eckigem' Heckfenster, wie er ab 1957 gebaut wurde.

Etwa Mitte der 60er Jahre wurde der untere Eingang zur Schule geschlossen und dort eine "Gymnastik-Halle" angebaut, die 1966 fertiggestellt wurde.

Bis dahin wurde zum Sport-Unterricht die Sporthalle des benachbarten Gymnasiums an der Siegesstraße genutzt.

Die Schule heute

Nachdem am 5. März 1968 in NRW das "Gesetz zur Neuordnung des Volksschulwesens" (Aufteilung in Haupt- und Grundschule) in Kraft trat, ist seit dem Schuljahr 1968/'69 nun die offizielle Bezeichnung der ehemaligen Volksschule Emilienstraße - von vielen liebevoll "Emilie" genannt

Städtische Gemeinschafts-Hauptschule Barmen-Südwest

 
 
 
 

 
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