Donnerstag, 09.12.2010


Unterbarmen setzt sich aus vielen historisch abgeleiteten Ansiedlungen zusammen. Viele Quartiere sind von der heutigen Landkarte verschwunden. Unterbarmen ist: Allee, Loh, Clausen, Rott, Kothen, Hesselnberg, Skulpturenpark, Friedhof Unterbarmen, Bahnhof Unterbarmen, Lichtenplatz
 

 



Die erste urkundliche Erwähnung der Höfe auf Lichtscheid erfolgte 1466 in einer Beyenburger Amtsrechnung des Beyenburger Rentmeisters. Zu dieser Zeit existierten dort die drei Höfe Wilhelms Lichtenscheid, Peters Lichtenscheid, Gockelsheid (später Ortslage Heide) und der Kotten Schafferts Kothe. Weitere Höfe dieser Zeit im heutigen Wohnquartier waren Capell (Kapellen). Das unmittelbar benachbarte Buer (Baur) existierte zu dieser Zeit ebenfalls, liegt aber heute im Wohnquartier Ronsdorf-Mitte/Nord. Baur war im Mittelalter dem Kloster Steinhaus abgabepflichtig und man vermutet im benachbarten Kapellen eine ehemalige Kapelle für die klösterlichen Hofesleute. Östlich von Lichtscheid befand sich der benachbarte Hof Marpe.

Der namensgebende Wohnplatz Lichtenplatz ist erstmals 1715 im Kartenwerk Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies als grauleitschütt verzeichnet. 1789 wird er auf der Charte des Herzogthum Berg des Carl Friedrich von Wiebeking erstmals als Lichtenplatz benannt. Der Wohnplatz Lichtenplatz lag bei der Einmündung der heutigen Wettinerstraße in die Obere Lichtenplatzer Straße. Am heutigen Schliemannweg ist 1789 auf der Charte des Herzogthum Berg des Carl Friedrich von Wiebeking ein Wohnplatz Kölschejan verzeichnet, der auch auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 noch so bezeichnet wird.

Das Areal des heutigen Wohnquartiers gehörte bis zu Gründung einer eigenen Pfarrei in Barmen zu dem Kirchspiel Elberfeld im Amt Beyenburg. Die Ostgrenze des heutigen Quartiers war bis in die Neuzeit Kirchspielgrenze zwischen den Pfarreien Elberfeld und Schwelm und wurde im Mittelalter durch die Barmer Line der Bergischen Landwehr geschützt. Auch die Westgrenze des Quartiers war durch eine Landwehr geschützt, die Elberfelder Linie. Sie trennte das bergische Amt Beyenburg von dem Amt Elberfeld, geht aber auf eine ältere Grenze der Freigrafschaft Volmarstein zurück. Später war sie Grenzlinie zwischen den vor 1929 eigenständigen Großstädten Elberfeld und Barmen. Auch die Südgrenze des heutigen Quartiers geht auf eine ältere Grenzziehung zurück. Hier schieden sich seit dem Mittelalter die Kirchspiele Lüttringhausen und Elberfeld, später Barmen. Zugleich war es bis 1407 die Außengrenze des bergischen Amtes Bornefeld, im 19. Jahrhundert die Stadtgrenze zwischen Barmen und Ronsdorf.

Der westliche Teil des Quartiers um den Böhler Bach war bewaldet. Der Wald war herzoglicher Kameralwald, im Gegensatz zum Barmer Wald, der ein Markwald des Barmer Hofesverbands war. Um 1715 bildeten die Waldgebiete Christbusch und Kothener Busch ein geschlossenes Waldgebiet mit dem Barmer Wald.

Eine lockere Wohnbebauung entstand entlang der Hauptwege erst ab dem 18. Jahrhundert. Mit der 1789 erbauten Marper Schule befindet sich das zweitälteste Schulgebäude Wuppertals im Quartier. Es wird noch heute als Grundschule genutzt. Zwei Kirchen befinden sich im Wohnquartier: die 1904 errichtete evangelische Lichtenplatzer Kapelle und die 1956 errichtete katholische Kirche St. Christopherus, die eine provisorische Holzkirche am alten Lichtscheider Wasserturm ablöste.

 
 
 
 

 
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