Donnerstag, 09.12.2010

Home Page Image

 



In 1966 begonn das Schuljahr noch gleich nach Ostern. Ostern 1966 war es soweit, daß ich in die unterste Klasse, damals noch "Sexta" genannt, eintrat, nachdem ich auf der Volksschule Emilienstraße noch das fünfte Schuljahr mitgemacht hatte. Damals konnte man noch nach der fünften Volksschulklasse ohne Prüfung zur weiterführenden Schule wechseln. Normalerweise wäre ich auf der Volksschule geblieben, ich war eine nur mittelmäßige Schülerin, wenn wir in der Fünften nicht Englisch auf freiwilliger Basis bekommen hätten. Ich bekam unerwartet großen Spaß an dieser Fremdsprache (Lehrbuch: "Peter Pim and Billy Ball") und schrieb durch die Bank Einsen. Obwohl mein damaliger Klassenlehrer Rektor Krauß große Bedenken hatte meiner Mutter gegenüber vor allem im Fach Rechnen, gab er die Erlaubnis, zum Mädchengymnasium zu wechseln; ich wollte so schrecklich gerne, um zweitens von den Jungen erlöst zu sein, die mich nach der Schule gerne verprügelten weil ich „zu dick“ war; und erstens, um noch mehr Englisch lernen zu können.

Ostern 1966 begann das zweite Schuljahr für das Schulgebäude Kothen, denn in Betrieb genommen wurde der Neubau bereits Ostern 1965. Mein Sextaner-Jahr war das erste der beiden Kurzschuljahre, das Weihnachten 1966 zu Ende ging. Damals konnte keiner sitzenbleiben am Ende der Sexta, die Versetzung in die Quinta erfolgte automatisch wegen der höheren Anforderungen in dem kürzeren Schuljahr. Erst Ende Quinta vor den Sommerferien sollte es wieder spannend werden.

Vom Bau des Gymnasiums erinnere ich mich noch beim damaligen Lesen unserer Zeitung, daß es böse Leserzuschriften gegeben hatte wegen der Architektur der beiden Gebäude: sie erinnere an den Krieg, an Bunker, mit dem dem Tal zugewandten grauen Sichtbeton und den schießschartenartigen Flur-Fenstern.

kothenarnold

Das Kunstwerk aus rostendem Metall im Springbrunnen auf dem untersten Schulhof beim Haupteingang stand später auch unter Beschuß. Laut Künstler mußte es das Leben „an sich“ darstellen: die Ordnung aus der Kinderzeit (Eisenstangen unten) verwandelte sich in Pubertäts-Chaos (das Mittelstück) und ergab sich daraus in der Adoleszenz wieder Ordnung (die von unten durchlaufenden 3 Eisenstangen oben).

 
 
 
 

 
  Betriebsklima